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Frucht der Erkenntnis

28 Jun

Warum werden Kinder überproportional häufiger nach Obst- als nach Gemüsesorten benannt?
Aufmerksame Facebook-Freunde und Twitter-Follower meiner Person kennen diese mich seit einiger Zeit beschäftigende Frage bereits.

Warum heißen Kinder von Promis „Peaches“ oder „Apple“, nicht aber „Pickles“ oder „Potato“?

Die gleiche Frage stellte sich mir erneut, als ich Wandfarbe für meine Wohnung kaufte (ich entschied  mich übrigens für die namentlich nicht ganz so spektakuläre Farbe „Schilf“).

So hießen die Grüntöne ebenfalls „Apple“, „Kiwi“,  „Avocado“ (ja, auch ich freute mich kurzzeitig, endlich mal eine Ausnahme des bekannten Schemas gefunden zu haben, aber Wikipedia klärte mich auf, dass es sich auch bei der Avocado um eine Beere, und nicht, wie von mir fälschlicherweise angenommen, um ein Gemüse handelt), die Rottöne „Erdbeere“, „Himbeere“, „Kirsche“ etc.

Ich hätte meine Wand ja auch in „Rosenkohl“ oder „Rote Beete“ gestrichen, sofern mir die Farbe gefallen hätte.
Ich frage mich aber, warum anscheinend bei den meisten Menschen die Assoziation bei „Obst“ positiver ausfällt als die bei „Gemüse“, sonst würde es wohl die Werbeindustrie nicht so inflationär verwenden.

Was mir auch auffiel: Bei den Kindernamen sind es nur die Mädchen, die mit den fruchtigen Varianten leben müssen.
Meine Ursachenforschung ließ mich gedanklich weit zurück gleiten: In die Bibel, nämlich die Schöpfungsgeschichte.
Steht dort, bei Adam und Eva, nicht auch bereits das Obst (sei es nun ein Apfel, oder dies nur eine falsche Übersetzung des Wortes „malum“ und stattdessen eine Feige) als Frucht der Erkenntnis für „Verführung“? Und zwar durch die böse, böse Eva?
(Gott hätte sie mal lieber „Apple“ oder „Feige“ nennen sollen. War aber vermutlich damals noch nicht so hip.)

So. Und jetzt stellt euch mal vor, die Schlange hätte es mit einer Runkelrübe versucht. Oder einem Stück Fenchel.
Ich sage euch: Wir lebten immer noch im Paradies, ohne Feigenblätter vor den Genitalien, glücklich und zufrieden!

Wenn also eine Frau Farbe einkaufen geht und die Farbe „Apple“ sieht, denkt sie vermutlich, wie seinerzeit Eva, einfach nur: „Oh, wie hübsch! Und so ein schöner Name! Mal probieren!“ (Weswegen wahrscheinlich die Farben auch vorzugsweise in kleinen 2-Liter- Eimerchen, quasi Handtaschenformat, abgefüllt sind).
Sie kauft diese Farbe und streicht damit die Wand.

Der Mann sieht abends zuhause die Frau, die Farbe, liest das Wort „Apple“ und denkt „Geschlechtsverkehr!“.

Ob ein Mann bei einer Frau, die Apple heißt, auch gleich an Verführung und Sex denkt, sei an dieser Stelle dahingestellt. Ich werde es jedenfalls nicht riskieren.
Sollte ich irgendwann mal eine Tochter  bekommen, so werde ich sie Brokkoli nennen.

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